Hoppegarten: 8.10.21 – IWR Spezial

Liebe Interessenten,

Ab Mitte der 90-ger Jahre des XX. Jahrhunderts entwickelten sich die deutsch-russischen Beziehungen stufenweise und verzeichneten eine aufsteigende Tendenz. Sie basierten sowohl auf der tausendjährigen gemeinsamen Geschichte, darunter auf dem bilateralen Handel, als auch auf der Zusammenarbeit, die sogar in den Jahren des Kalten Krieges erfolgreich war und zur Überwindung der durch die tragischen Ereignisse des vorigen Jahrhunderts verursachten Entfremdung beitrug. Deutschland bleibt einer der wichtigsten außenpolitischen Partner Russlands.

Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen haben in den vergangenen zehn Jahren einige Turbulenzen durchlaufen. Der bilaterale Handel ist nach 2014 deutlich zurückgegangen und hat sich nur teilweise wieder erholt. Es ist naheliegend, diese Entwicklung mit der zunehmenden außenpolitischen Konfrontation und den gegen Russland verhängten Sanktionen in Verbindung zu bringen. Allerdings sind primär wirtschaftliche Faktoren die Ursache.

 
Für die zukünftige Gestaltung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ist deshalb ein differenzierender Ansatz empfehlenswert. Die Dominanz des Handels mit fossilen Energieträgern und die engen Beziehungen zu russischen Großkonzernen, die im weitesten Sinne zum Machtapparat des politischen Regimes gehören, bergen klima- und außenpolitische Risiken. Die bestehenden langfristigen Abhängigkeiten sollten hier nicht weiter vertieft, sondern schrittweise reduziert werden. Ein besonderes Augenmerk könnte hingegen auf kleine und mittelständische Unternehmen bzw. Startups gelegt werden. Die Zusammenarbeit bei klimafreundlichen Technologien und erneuerbaren Energien ist wünschenswert. Bilaterale Großprojekte bedürfen hingegen einer expliziten außenpolitischen Bewertung. Gleichzeitig gilt es, effektiver gegen Geldwäsche vorzugehen, was am ehesten als gemeinsames Projekt auf transatlantischer Ebene gelingen werden kann. Schließlich muss innerhalb der EU die Durchsetzung von Sanktionen verbessert werden, die sich gerade in Bezug auf Russland immer wieder als lückenhaft erwiesen hat.

 

IWR INSIDE SPEZIAL – 100 Jahre Wiederaufnahme der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen!

08.10.2021 I 18:30 Uhr

Rennbahn Hoppegarten Goetheallee 1  15366 Hoppegarten

Unsere Gesprächspartner sind:

Andrej Swerew – Ehemaliger Leiter des russischen Handels- und Wirtschaftsbüros und Russlands Handelsvertreter in Deutschland

Wladimir P. Matwejew – Repräsentant der Sberbank

Christoph Hampe Bosch Building Technologies Moskau
 
Alexander Kulitz – Mitglied des Deutschen Bundestages

Programm: 

18:45 Uhr     Begrüßung durch Wolfgang Matzke und Tino Barth (IWR e.V.)18:50 Uhr     Impuls von Andrej Swerew

19:10 Uhr     Impuls von Wladimir P. Matwejew

19:30 Uhr     Wortbeitrag Alexander Kulitz

19:40 Uhr     Wortbeitrag Christoph Hampe

19:50 Uhr    Auszeichnung – Verleihung

23:00 Uhr    Ende

Mit dem IWR verbindet uns eine Mitgliedschaft auf Gegenseitigkeit. Bitte beachten Sie, dass die Anmeldung direkt über den IWR läuft und nicht über diese Website.

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